Die Nachwehen des Winters wollen nicht weichen – woran liegt es?

Dieses Jahr scheint Frau Holle wohl nicht so schnell in die Sommerpause zu wollen. So hat sie Beispielsweise auch heute schon wieder ihre Kissen geschüttelt, teilweise sogar im Flachland. Alles nichts ungewöhnliches, denn man kennt auch im April selbst im Flachland Schnee. Sogar eine Schneedecke bis ganz runter ist quasi bis Ende April möglich…

Unsere aktuelle unterkühlte Wetterphase wird noch ein wenig dauern. Ein Hochdruckgebiet wird uns in den kommenden Tagen weiterhin mit Polarluft versorgen. Das bedeutet Tagsüber meist schauerlastiges Wetter (teils wieder mit Schnee oder Graupel) mit Werten kaum über 10 Grad. In der Nacht lösen sich die Wolken mehrheitlich auf und die Luft dann in den noch recht langen Nächten unter sternenklarem Himmel und mit wenig Wind gut auskühlen. Auf der Isobarenkarte für morgen sieht man gut, wie wir auf der Ostflanke eines Hochs mit kalter Polarluft geflutet werden.

Grafik: Deutscher Wetterdienst (DWD)

Frostschäden möglich

In den kommenden müssen wir uns also auf leichten Frost einstellen, besonders in den Frühstunden. Gerade im Flachland fangen aber nun die Kirchblüten an aufzugehen. Es wird also noch mal gefährlich für alle Obstbaumbesitzer. Da sind bis Freitag noch mal -1 oder -2 Grad möglich, in den Tälern von Eifel, Sauerland und Harz kann es auch noch kälter werden.

Wann wird es frühlingshalt warm?

Ein Blick in die Mittelfrist macht da eher wenig Hoffnung: Weiterhin scheinen sich Hochdruckgebiete bevorzugt nördlich von uns zu bilden. So schnüren sie immer wieder den Atlantik ab und Tiefs mit ihrer warmen Vorderseite können nicht nach Europa ziehen. So kann es auch in den kommenden Wochen immer wieder mal zu Kaltlufteinbrüchen führen. Dann wären sogar im Mai noch frostige Nächte denkbar, ähnlich wie letztes Jahr. Damals kam es am 15. Mai noch einmal verbreitet zu einer Frostigen Nacht mit bis zu -2 Grad im Flachland. Bodenfrost kann uns selbst im Juni noch mal belästigen, ist aber ein seltenes Phänomen und beschränkt sich meist auf Tal- und Muldenlagen des Berglandes.

Kurzer Blick auf die Luftmassentemperaturen in 1500 Meter Höhe in den kommenden 14 Tagen am Beispiel Düsseldorf: Die rote Linie zeigt das 30 Jahres Mittel, die Bunten Linien sind die verschiedenen Einzelberechnungen des Amerikanischen Modells. Gut zu sehen ist die sehr kalte Phase die etwa bis Freitag geht. Danach wollen sich die Temperaturen eine Zeit lang um das Mittel ansiedeln. Zum Monatsende eine sehr unsichere Entwicklung. Sowohl (kurze) milde Phasen sind möglich, genauso gut kann uns aber noch einmal Polare Kaltluft erwischen. Besonders bei dem Hauptlauf, (dicke grüne Linie) der mit den meisten Daten gefüttert wird, sieht man einen Absturz. Dann wäre auch erneut wieder Frost möglich.

Grafik: wetterzentrale.de
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